Mittwoch, 27. Februar 2008

" M'r muass halt au selber was macha". Besuch in einer Altenwohnanlage

Am Dienstag, 26.Februar 2008, besuchte die Ethikgruppe der Klassen 10a und 10e mit Herrn Dreher die Altenwohnanlage Hans Rehn Stiftung in Stuttgart Rohr. Innerhalb der Unterrichtseinheit in Ethik "Altern - Sterben - Tod" wollten wir uns sozusagen "vor Ort" einmal kundig machen.

Wir wurden vom Leiter der Wohnanlage,Herrn Eckstein, empfangen, der uns zu einer Gesprächsrunde im Foyer bat. Eine Flut von Informationen war zunächst zu verarbeiten: Betreutes Wohnen - Pflegestufen - medizinischer Dienst - durchschnittliche Verweildauer im Heim -Sitzwache - Stiftung - Tiertherapie für alte Menschen - Pflegeversicherung - Heimkosten - durchschnittliche Auslastung des Heimes - Vorgehen bei Todesfällen -Wartelisten - Küche und Mahlzeiten -Zusammenleben im Heim. Geduldig ging Herr Eckstein auf unsere Fragen ein und erläuterte immer wieder an Beispielen die Probleme rund um das Thema " Altern ".

Mit einer Gehhilfe tauchte dann Frau Sauter auf, eine 91 jährige Dame, die uns schon einige Zeit in einem anderen Raum des Hauses gesucht hatte. Nachdem wir sie begrüßt hatten, beantwortete auch sie unsere Fragen.

Frau Sauter hält sich mit Sitzgymnastik, Zeitunglesen, Rätsellösen und Gedächtnistraining fit. Sie ist seit einem Jahr im Heim und bedauert, dass sie nicht mehr selbstständig sein kann. Das Leben hier sei zwar angenehm, aber sie fühle sich schon etwas entmündigt. Kontakt mit anderen Heimbewohnern aufzunehmen sei schwierig, jeder lebe halt so vor sich hin. Sie plädierte dafür, dass man alte Menschen so lange als möglich zur Selbsttätigkeit ermuntern soll, dass sie zum Beispiel selbstständig essen und sich nicht aus Bequemlichkeit füttern lassen. Zum Tod hat sie ein selbstverständliches Verhältnis, wenn das Alter da ist, sei er zu akzeptieren, von Kranken und Leidenden werde er oft als Erlösung erfleht. Man müsse eben auch loslassen können. Frau Sauter, die nur schwer gehen kann, ist geistig absolut rege und fit mit ihren 91 Jahren, der Schmerz über das "verlorene Leben draußen" ist stark zu spüren. Frau Sauter beeindruckte uns alle total.

Das Heim bildet aus zum AltenpflegerIn , der die Mittlere Reife voraussetzt, ebenso zur examinierten Pflegefachkraft. Man kann hier den Zivildienst ableisten, außerdem,wenn man nach der Schule noch unsicher ist, was man machen soll, ein freiwilliges soziales Jahr. Zum Schluss sei noch angemerkt, dass eine Gruppe von 5 bis 6 Schülern der Klassenstufe 9 und 10 am Hegelgymnasium in Vaihingen jeden Monat ein Mal eine Gruppe abholt, wobei Autos und Fahrer vom Heim gestellt werden, und mit den alten Menschen einen Ausflug macht, z.Bsp. in die Wilhelma nach Stuttagrt usw. Eine wahres "soziales Engagement"! Dies wäre sicher auch für uns überlegenswert und nachahmenswert.

Ethikgruppe Klassen 10 und und 10e

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